Samstag, 14.07.2012, 09:12 Uhr, „THL 2 / Schwerer Arbeitsunfall, Betriebsgelände Gartnerstraße/Peterswörther Straße, 89423 Gundelfingen“

Am gestrigen Samstag, 14.07.2012 war es zu dem schweren Arbeitsunfall in einem aluminiumverarbeitenden Werk in Gundelfingen gekommen. Ein etwa 5 mal 3 Meter großes Tor eines Umschmelzofen für Aluminium sollte geschlossen werden. Aus ungeklärter Ursache gab es Probleme mit den Antriebsketten. Eine Zugkette des Tores riss, und das tonnenschwere Tor fiel mitsamt der aus der Verankerung gerissen Führungsschienen auf den 49 Jahre alten Anlagenführer. Den herbeieilenden Arbeitskollegen gelang es, unter Zuhilfenahme von Hallenkran und Gabelstapler, den Eingeklemmten zu retten und dem eintreffenden Notarzt zu übergeben. Zwei weitere Arbeiter erlitten einen Schock, ein dritter wurde am Unterarm verletzt.
 
Unsere Feuerwehr wurde um 09.12 Uhr zur Technischen Hilfeleistung alarmiert. Aufgrund der abgesetzten Notrufmeldung „Person unter Maschinenteil…muss was schweres sein…“ wurde vorsorglich ein dritter Rettungssatz auf dem HLF der Feuerwehr Lauingen mitalarmiert. Diese konnte den Einsatz jedoch auf der Anfahrt abbrechen. Nachdem der Anlagenführer bereits gerettet war, betreuten wir, zusammen mit der ebenfalls anwesenden Werkfeuerwehr, die Unfallbeteiligten, wiesen dem Ulmer Rettungshubschraubers (RTH Christoph 22) einen provisorischen Landeplatz in der Nähe der Einsatzstelle zu und sorgten für die Landeplatzsicherung sowie für den Notarzttransport zur Einsatzstelle. Aufgrund persönlicher Betroffenheit lösten wir die zur Ersten-Hilfe herbeigeeilten Mitarbeiter von der Verletztenbetreuung ab und veranlassten über die Leitstelle die Alarmierung des Kriseninterventionsteam (KIT) zur Betroffenenbetreuung.
 
Der schwer verletzte 49-Jährige wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Universitätsklinik nach Ulm geflogen, wo er -nach Pressemitteilung- am Samstagabend seinen schweren Verletzungen erlag. Der leichtverletzte Mitarbeiter wurde ins Krankenhaus Dillingen gebracht. Der an der Umschmelzanlage entstandene Sachschaden wird derzeit mit etwa einer halben Million Euro beziffert. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen, in welche die Berufsgenossenschaft und das Gewerbeaufsichtsamt einbezogen werden.
 
Gegen 10:45 Uhr waren alle Fahrzeuge unserer Gundelfinger Feuerwehr wieder einsatzbereit am Gerätehaus zurück.