Großübung FF Gundelfingen im Rahmen der Feuerwehr-Aktionswoche am Mi. 25.09.2013

Einsatzobjekt für die Alarmierung im Rahmen der 2013er-Feuerwehraktionswoche war der Industriebetrieb „Air Liquide, Max-Planck-Straße 4, 89423 Gundelfingen“. Bei dem Objekt handelt es sich um eine Luftzerlegungsanlage. Angesaugte Umgebungsluft wird komprimiert, verflüssigt und anschließend in die einzelnen Bestandteile fraktioniert. Die Fertigprodukte (flüssiger Stickstoff und Sauerstoff) werden in Tankanlagen zwischengelagert.

Angenommenes Einsatzszenario:

Wahrscheinlich war es ein Versehen des Staplerfahrers: urplötzlich gibt es bei Lagerarbeiten im Werkstattbereich eine Verpuffung und den anwesenden Mitarbeitern schlagen Flammen entgegen. Das Feuer und damit auch der Brandrauch breiten sich schnell aus. Über die automatische Brandmeldeanlage wird die Feuerwehr-Leitstelle in Augsburg informiert. „Brand Industrie / B4 / Feuermeldung, Werkstattbrand / mehrere Personen im Gebäude!“ lautet um 18:40 Uhr das Alarmstichwort für die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Gundelfingen, Echenbrunn, Peterswörth, der Werkfeuerwehr Gartner sowie der Drehleiter der FF Lauingen. Das Szenario der diesjährigen Alarmübung der Freiwilligen Feuerwehr Gundelfingen war den Beteiligten vor Übungsbeginn nicht bekannt!

Während die Alarmierung der Feuerwehr läuft und die ersten Fahrzeuge auf dem Weg zur Einsatzstelle sind, stellt sich Air Liquide-Standortleiter, Peter Wrigg  bereit, dem Einsatzleiter mitzuteilen, dass – laut „Drehbuch“ – vier Personen noch im Gebäude vermisst werden. Insgesamt 75 Mitwirkende nahmen an der Alarmübung teil. Die Übung wurde abgearbeitet wie ein realer Einsatz und alle Kräfte wurden vor Ort zusammengezogen und eingeteilt. Rund um das betroffene Gebäude wurden Einsatzabschnitte gebildet, um systematisch nach vermissten Personen zu suchen und die Brandbekämpfung einzuleiten. Die im Gebäude eingesetzten Trupps trugen schweren Atemschutz. Rund eine Stunde dauerte die „heiße Phase“ des Einsatzes.Für die Einsatzkräfte wurde auch ein Zugang von der Günzburger Straße ermöglicht, da im Verlauf der Übung von einem Vollbrand des Gebäudes ausgegangen wurde, so dass eine Riegelstellung aufgebaut werden musste, um das Übergreifen des Brandes auf die anderen Bereiche (Schwefelsäuretank, Kühltürme, Elektroanlagen) zu unterbinden (mehrere Strahlrohre, Wasserwerfer bzw. Hydroschild)! Zusätzliche war eine Löschwasserförderung über lange Wegstrecke (ca. 500m) vom Löschbrunnen am städt. Bauhof notwendig! Durch die „Wassergasse“ kann jedoch nicht jegliche Gefahr abgewendet werden kann, da sich benachbarte Gebäude aufgrund der Wärmestrahlung dennoch erhitzen und entzünden können. So waren auch Trupps eingesetzt, die benachbarten Gebäude ständig beobachten und bei Anzeichen einer übermäßigen Erhitzung weiter Maßnahmen einleiten bzw. abkühlen!

Im Übungsverlauf wurde ein (weiterer) Notfall „eingespielt“! Auf den Tankanlagen erleidet ein Monteur einen Herzanfall / Kreislaufkollaps. Er befand sich in 22 Meter Höhe auf den Vorratstanks! Nach erster Hilfeleistung und Betreuung musste er mittels Drehleiter gerettet werden.

Zusammenfassend war es eine gelungene Alarmübung und abschließend sind die alle Beteiligten mit dem Ergebnis der Übung zufrieden. Wir haben beweisen können, wie schlagfertig wir als Freiwillige Feuerwehr sind. Auch bei diesem „Einsatz“ waren  rechtzeitig ausreichend viele Hilfskräfte vor Ort. Dank auch an die Rotkreuztruppe für die realistische Unfalldarstellung. Sie hatten vier Mimen präpariert, welche mit schauspielerischem Talent den Einsatzkräften einiges abgefordert haben.

Dass diese Übung bei der Firma Air Liquide durchgeführt werden konnten, war für die Feuerwehr-Einsatzkräfte besonders interessant. Große Industriebetriebe haben feuerwehrtechnisch immer einen besonderen Reiz. Sie sind auf den ersten Blick unübersichtlich, so dass sich die Trupps zunächst orientieren müssen um dann systematisch vorzugehen….

 

Auch Bürgermeister Franz Kukla, Ordnungsamtsleiter Nikolaus Mayr, Kreisbrandinspektor Markus Tratzmiller sowie Kreisbrandmeister Klemens Kleiber verfolgten Übungsszenario und die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen mit Zufriedenheit. Nach der abschließenden Übungsbesprechung wurde zur gemeinsamen Brotzeit ins Gundelfinger Feuerwehr-Geräthaus eingeladen.