Großübung FF Gundelfingen im Rahmen der Feuerwehr-Aktionswoche am Mi. 19.09.2012

Im Rahmen der Feuerwehraktionswoche wurde in Gundelfingen geübt. Es waren die sämtliche Gundelfinger Feuerwehren Gundelfingen, Echenbrunn, Peterswörth und die Werkfeuerwehr Gartner im Einsatz. Unterstützt wurden die Gundelfinger Einheiten durch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UGÖEL), welche bei derartigen Großschadenslagen die Einsatzleitung durch die Gesamtkoordination unterstützt, sowie die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Lauingen. Die Aufgabe für eine Drehleiter am Einsatzort ist vorrangig die Menschenrettung (die geretteten Personen können im Korb sicher nach unten befördert werden) - kann aber auch zum Löschangriff von außen, zur Ausleuchtung von Einsatzstellen, etc. eingesetzt werden….

Zum Übungsscenario (aus der DZ): „…Dichter Rauch versperrt jede Sicht. Das Licht von Helmscheinwerfern geistert am Mittwochabend durch das oberste Dachgeschoss der Gundelfinger Spitalkirche. „Hilfe, wir springen!“ Schreie gellen durch das Gotteshaus. Panisch laufen Verwirrte dem Licht entgegen. „Wo ist der Seppi, ich find’ meinen Seppi nicht!“ Ein Voraustrupp der Feuerwehr sichtet die total unübersichtliche Lage, versucht Klarheit zu bekommen, wie viele Menschen verletzt oder vermisst sind ...Zehn Minuten vorher, 18.40 Uhr: Die altehrwürdige Spitalkirche liegt im späten Abendlicht unter weiß-blauem Himmel. Daneben die nach Feierabend verlassene Baustelle des Alten- und Pflegeheimes. Die abendliche Stille wird plötzlich vom durchdringend schrillen Lärm der Sirene durchbrochen: Feuer in der Stadt. Kurz darauf stehen die ersten Bürger mit fragendem Blick vor ihren Häusern. Vier Minuten später erscheint das erste Einsatzfahrzeug der Gundelfinger Feuerwehr mit Tatütata, checkt die Lage, Gottlob „nur“ eine Übung. Und zwar „eine scharfe“, wie Kommandant Michael Hirsch gegen über dem DZ-Reporter ausdrücklich betont. Die Mannschaften wussten nichts von dem Alarm, weshalb der eine oder andere auch erst mit dem Fahrrad direkt zum „Brandort“ kommt. Die Lage erläutert Kommandant Hirsch, der die Übung gemeinsam mit Bürgermeister Franz Kukla, Stadtpfarrer Johannes Schaufler und Mesner Hieber akribisch und sich Notizen machend beobachtet, so: „Brand während Dachsanierungs- und Abdichtungsarbeiten, starke Rauchentwicklung, mehrere Arbeiter vermisst bzw. Rückzugsweg versperrt! Auf der Nachbarbaustelle des Altenheimes ist ein Arbeiter von einem vom Kran herabstürzenden Container eingeklemmt und schwerstverletzt.“ Einsatzleiter Michael Wohlhüter, stellvertretender Kommandant der Gundelfinger Wehr, hat neben seiner eigenen auch noch die Freiwilligen Feuerwehren aus Echenbrunn, Peterswörth und Lauingen, die Werkfeuerwehr Gartner sowie die Gruppe OEL (Örtliche Einsatzleitung) mit insgesamt circa 60 Helfern an seiner Seite. Neben den Hydranten müssen zusätzlich Schlauchleitungen zur Brenz gelegt werden, wo mit großen Pumpen Wasser entnommen wird. Gleichzeitig sind die ersten Wehrleute mit schwerem Atemschutz bis unters Dach vorgedrungen und suchen nach den Verletzten, während es bei anderen bereits „Wasser marsch“ heißt, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Die 15-jährige Nathalie mimt eine Schwerverletzte. Sie ist seit 2009 bei der Jugendfeuerwehr: „Ich war bisher jedes Mal Opfer und wurde auch jedes Mal gerettet.“ Als hilfreich erweist sich jetzt die Drehleiter aus Lauingen, mit deren Hilfe die meisten Verletzten mittels einer Trage aus dem Turm geholt werden. Bürgermeister Franz Kukla ist beeindruckt: „Wir haben heute ein schwieriges Einsatzobjekt. Es ist schon beruhigend, wenn man weiß, dass die Feuerwehren da sind, falls etwas passiert. Respekt!“ Und auch Ehrenmitglied und früherer stellvertretender Kommandant Paul Hopp, der unter den Zaungästen ist, lobt: „Ich habe das 42 Jahre lang mitgemacht, aber die Jungen schlagen sich gut.“ Um 19.25 sind alle Verletzten gefunden und versorgt, auch der eingeklemmte Arbeiter der benachbarten Baustelle ist gerettet. „Wir haben den Brand unter Kontrolle“, kann Einsatzleiter Wohlhüter zufrieden seinem Kommandanten vermelden. Jetzt geht es darum, am Dach noch einzelne Glutnester aufzustöbern und eine Brandwache abzustellen. Und auch das gehört dazu: Man trifft sich am Ende zum, gemütlichen Zusammensitzen mit Umtrunk und kleinem Imbiss in der Gundelfinger Florianstube…“

 

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